Belize City ist vieles auf einmal: die größte Stadt des Landes, Wirtschaftszentrum und Haupthafen sowie Provinzhauptstadt des Belize District. Ein Blick in die Stadtgeschichte von Belize City zeigt: Zu Gründerzeiten (etwa Mitte des 17. Jahrhunderts) hieß die Stadt noch Belize Town. Bis 1970 war Belize City sogar noch die Hauptstadt des Landes.
Wer noch mehr und noch genauer wissen möchte, welche wichtigen Ereignisse Land und Leute im Lauf der Zeit beeinflussten und die Historie von Belize schrieben, sollte einen Besuch der Museen in der Stadt nicht versäumen: Das Museum von Belize entführt Sie auf eine Reise in die Geschichte des Landes und der Menschen, die es bewohnten. Man erfährt, wie weit der Einfluss der Maya in dieser Region reichte und welche Schätze sie der Nachwelt hinterlassen haben. Im Maritime Museum lernt der interessierte Besucher in Ausstellungen Wissenswertes rund um die Themen Meer, Riffe und Cayes und im Kunstmuseum Image Factory stellen lokale Künstler ihre Werke dem Publikum vor.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts errichteten die Siedler aus britischen Ziegelsteinen eine anglikanische Kirche. Man gab ihr den Namen Saint John’s Cathedral. In ganz Zentralamerika gibt es kein älteres anglikanisches Gotteshaus. Es diente neben den Gottesdiensten auch bei Krönungszeremonien als Kulisse. Etwa zur gleichen Zeit entstand das weiße Regierungsgebäude im Kolonialstil. Beide sind in einem sehr guten Zustand. Den Leuchtturm am Hafen verdankt Belize der Großzügigkeit von Baron Bliss. Am Fuße des Leuchtturms liegt der britische Adelige begraben.
Ein weiteres sehenswertes Bauwerk befindet sich am Haulover Creek. Dieser Fluss verläuft mitten durch die Stadt und trennt sie in zwei Seiten: die Northside mit edleren Wohnvierteln und Hotels und die Southside, wo sich das kommerzielle und wirtschaftliche Treiben abspielt. Eine Schwingbrücke spannt sich über den Fluss und schafft so einen Weg von der einen Seite der Stadt zur anderen. Sie wurde in den 1920er Jahren erbaut und wird selbst heute noch manuell bedient. Zweimal täglich weicht die Brücke dem Schiffsverkehr und lässt hochmastige Schiffe passieren.
Ein Hoch auf Baron Bliss!
Jedes Jahr am 9. März findet in Belize City etwas Außergewöhnliches statt: eine Regatta zu Ehren von Baron Bliss. Wer war eigentlich dieser Mann und wodurch hat er sich einen Nationalfeiertag verdient? Nun, für die Bevölkerung von Belize hat dieser Mann einen besonderen Stellenwert. Man hat ihn in Belize begraben und ihm sogar in der Stadt ein Denkmal errichtet. Der Engländer Baron Bliss (1869–1926) kam nach Britisch-Honduras (so hieß das Land zu seiner Zeit noch). Es war sozusagen Liebe auf den ersten Blick, denn er sah das Festland nur von seinem Schiff aus. Bevor er eine Besichtigung unternehmen konnte, verstarb der britische Adelige.
Seine Zuneigung reichte sogar so weit, dass er dem Land Belize und seiner Bevölkerung ein kleines Vermögen in Form eines Treuhandfonds hinterließ! Mithilfe dieser Finanzmittel konnten zahlreiche Gebäude und öffentliche Einrichtungen gebaut werden. In ganz Belize ist man dem Wohltäter bis heute dankbar und erweist ihm durch Festlichkeiten im ganzen Land an seinem Todestag jährlich von Neuem die Ehre.
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