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Corozal Town
im Norden von Belize

Corozal Town liegt im Norden des Landes, direkt an der Küste. Mitte des 19. Jahrhunderts siedelten sich Flüchtlinge in der Region an. Sie flohen vor dem Kriegsgeschehen auf der Halbinsel Yucatán. Der so genannte Kastenkrieg zog sich von 1847 bis 1901. Viele Maya und Mestizos verließen aus Angst vor den mexinanischen Truppen das Land über den Rio Hondo. Vor diesem geschichtlichen Hintergrund wird klar: Wer sich mit den Einheimischen in Corozal Town austauschen möchte, sollte die spanische Sprache halbwegs beherrschen. Denn die Mehrheit der Einwohner von Corozal Town spricht spanisch. Neben der Sprache und ihren wenigen Habseligkeiten brachten die neuen Siedler natürlich auch ihre kulturellen und religiösen Eigenheiten mit – und halten sie bis heute aufrecht. Das ist in der Stadt tagtäglich sichtbar, hörbar und spürbar.

Im September 1955 bahnt sich eine Naturkatastrophe an: Hurrikan Janet. Der Wirbelsturm verwüstet Corozal Town fast gänzlich. Von den alten Bauten ist kaum etwas heil geblieben. Lehm und Holz konnten der Wucht des Hurrikans nicht standhalten. Dafür zeigt sich die Architektur von Corozal Town nun von einer moderneren Seite. Auf einem Wandgemälde an den Mauern des Rathauses hat ein einheimischer Künstler die bewegte Geschichte von Corozal Town verewigt. Ganz in der Nähe, im Park von Corozal Town, steht der Uhrenturm. Er ist sozusagen das kleine Wahrzeichen der Stadt und der allgemeine Treffpunkt der Einheimischen. Rund um den Turm sind fast immer Stände aufgebaut. Man verkauft Fruchtsäfte und Snacks oder allen möglichen Krimskrams auf dem Flohmarkt.

Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Four Mile Lagoon. Das ist eine wunderschöne Lagune am Grenzfluss Rio Hondo und liegt weniger als zehn Kilometer von Corozal Town entfernt. Einheimische wie auch Urlauber verbringen hier gerne ihre Freizeit. Schon James Cook hat Mitte des 18. Jahrhunderts diese Lagune entdeckt, als er auf dem Rio Hondo umherschipperte. Mittlerweile ist das Gebiet touristisch gut erschlossen. Es gibt hier diverse Picknickplätze, Spielplätze und alles, was man für einen perfekten Badetag mit der ganzen Familie braucht. Ein Kurztrip nach Mexiko bietet sich aufgrund der räumlichen Nähe an. Wer nicht weit fahren möchte, kann sich an den Stränden von Corozal Bay die Sonne auf den Bauch scheinen lassen.

Maya-Überreste wo man geht und steht

Interessant ist, dass die Siedler ihre Stadt auf den Überresten einer Maya-Stätte errichtet haben: auf Santa Rita. Archäologen vermuten, dass Santa Rita um 2000 v. Chr. erbaut wurde. Und sie glauben, dass rund die Hälfte der Gebäude von Santa Rita noch unter Corozal Town verborgen liegt. Eine weitere bedeutende Hinterlassenschaft aus der Maya-Kultur ist Cerros, wenige Kilometer von Corozal Town entfernt. Für alle Archäologie-Fans ein absolutes Muss! Der Name stammt allerdings nicht von den Maya, sondern ist spanischen Ursprungs. Cerros bedeutet auf Deutsch übersetzt so viel wie Hügel oder Berge. Cerros steht auf einer Halbinsel in der Bucht von Chetumal. Besucher gelangen von Corozal Town aus bequem mit dem Boot innerhalb einer Viertelstunde dorthin. Über zwanzig Hektar Land beansprucht die Maya-Stätte auf diesem Hügel. Zu entdecken gibt es Pyramiden und andere Bauwerke. Zum Teil sind die kunstvollen Verzierungen noch gut zu erkennen.

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